Mitten ins Herz

09.02.2018 17:25

Mitreißende Aufführung der Oberstufenprojekte

Oberstufenprojekte

Alle Schüler der Klassen 9 bis 12 zeigten voller Stolz, was sie in den letzten Monaten gemeinsam auf die Beine gestellt haben. ALLE Schüler, heißt tatsächlich ausnahmslos alle: 135 junge Menschen. Es gab hier kein gut, kein schlecht, es gab nur ein gemeinsames Musizieren und Eurythmisieren. Und das hinterließ bei allen Beteiligten und allen Besuchern mehr als nur Gänsehaut-Momente zurück.

Der ganze Abend war ein interessanter Wechsel zwischen Tradition und Moderne.

Zu Beginn des Abends erläuterte der Klavierbegleiter Stefan Bromen in seiner Begrüßung den ungewohnten Bühnenaufbau: In einer Ecke der Turnhalle ist die Aktionsfläche, die Podeste für den Chor sind aufgebaut, die Fläche bietet nach der Pause Platz genug für die große Eurythmiegruppe. Grund für diese außergewöhnliche Maßnahme: die Bühne der Turnhalle ist veraltet, sie knarrt insbesondere bei der Eurythmie. Die Zuhörer sitzen im Viertelkreis um diese improvisierte "Bühne".

Im ersten Teil des Abends brachten die rund 80 SchülerInnen unter der Leitung von Natascha Kirchmann einen Reigen von drei bis achtstimmigen Chorsätzen zu Gehör. Einem alten englischen Volkslied in modernem Arrangement folgten zwei deutsche Popsongs "So soll es sein, so soll es bleiben" und der bekannte Song von Peter Fox "Haus am See". Besonders beeindruckend bei dem ambitioniert vorgetragenen Hit waren die in Wise gyse-Manier imitierten Instrumentalpassagen. Anschließend begaben sich die beteiligten SchülerInnen und Lehrer, dekoriert mit Halstüchern und Cowboyhüten, mit "Great American Cowboy" und "Ghostriders in the sky"auf einen Streifzug durch den Wilden Westen. Zum Abschluss des 1. Teils beeindruckten die jungen Sängerinnen und Sänger mit der Interpretation zweier Spirituals: "Sometimes I feel like a motherless child" und "Joshua fit the battle of Jericho".

Den zweiten Teil eröffnete die Eurythmiegruppe unter der Leitung von Ulrike Langescheid (20 SchülerInnen in schwarz-weißen Röcken) brachten mit Schwung und Tempo zwei rumänische Tänze von Bela Bartok auf die Bühne. Dann folgte die Rhythmusgruppe unter der Leitung von Klaus Mader (20 SchülerInnen) mit Bongos, Ukulelen, E-Gitarre, Percussion-Instrumenten, die mit einer Samba-Session begannen, bei der Korken die wechselnden Rhythmen anzeigten. Anschließend folgte eine sehr getragen vorgetragene Passacaglia mit abfallender diatonischer Tonfolge und frei erfundener Melodie auf den Ukulelen.

Für eine Überraschung sorgte der Auftritt von Josi Kraemer aus der 11.Klasse. Sie sang mit souliger Stimme, begleitet von der Rhythmusgruppe, "Ain`t no sunshine" und "Spirits" von den Strumbellas.

Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen Abends war sicherlich das Zusammenspiel von Eurythmie, Elektronik-Gruppe unter der Leitung von Musiklehrer Rainer Herzog und der Gesang von Josi und zwei weiteren Elftklässlerinnen (Vivian Nadler und Sara Ristow): Der Popsong "Unravel" der isländischen Sängerin Björk, den die drei Schülerinnen einfühlsam interpretierten, wurde zu den elektronischen Klängen von den SchülerInnen der Eurythmiegruppe in einer ungewöhnliche, beeindruckende Performance umgesetzt.

Die "Elektronik-Abteilung" überraschte dann nochmal auf ganzer Linie als die 15 SchülerInnen , die am Rand der Turnhalle an ihren Tablets saßen, den Klassiker von Jean Michel Jarre aus 1976 "Oxygène" darboten. Viele Schüler hielt es nicht mehr auf ihren Stühlen und sie nutzen die Gelegenheit und tanzten auf der Bühne gleich mit.

Nach der beeindruckende eurythmischen Darstellung des 1. Satzes der „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven, gingen die Zuschauer völlig beseelt und glücklich Heim.

Damit diese tief beeindruckenden Aufführungen bald auch den passenden räumlichen Rahmen erhalten, wird die Waldorfschule ab Sommer diesen Jahres einen großen, zum Teil durch Crowdfunding organisierten, Saal bauen.

Nicole Staudinger / Alfons Thelen-Brücher

Zurück