Alpenüberquerung 2010

15.07.2010 00:00

Die 8. Klasse des Schuljahres 2009/2010 hat als Abschlussfahrt ihrer Klassenlehrerzeit eine 10-tägige Alpenüberquerung gewagt. Ablauf und Highlights beschreibt Yannis G.


Es war gerade Mittag als schwarze Wolken den Himmel verdunkelten. Nicht viel später fing es an, fürchterlich zu schütten. Und immer noch war die Kemptner Hütte nicht in Sicht! Der schmale Gebirgspfad schlängelte sich langsam den Berg hinauf. Ein starker, kriechender Nebel erschwerte uns die Sicht. Kleine Gebirgsbäche sprangen den steilen Berg hinab, den Abhang hinunter. Nun gab es niemanden mehr, der nicht bis auf die Haut nass war. Dies sollte uns auf der Alpentour von Obersdorf nach Meran noch öfters passieren. Schließlich weitete sich das enge Tal zu einer grünen weiten Hochebene. Und mittendrin endlich die Hütte!

Es war immer wieder eine große Erleichterung auf einer Hütte anzukommen, weil man genau wusste, dass es dort endlich Essen und Matratzen geben würde. Nur leider konnte dies eine Wanderin nicht bis zum Ende miterleben. Die meisten von uns standen schon an einer Bushaltestelle, als die Nachricht verkündet wurde, dass sich eine Schülerin verletzt hatte und noch eine gute Strecke von uns entfernt  festsaß. Die Lösung war ganz einfach, die Ausführung aber sehr kraftaufwendig: Sie musste getragen werden. Und ihr Rucksack ebenfalls. Als sie dann von zwei Schülerinnen bis zur Haltestelle getragen wurde, konnte sie dann doch wieder ein bisschen lachen. Doch dramatisch war dann leider die Verletzung, die sie am Weitergehen hinderte. Am nächsten Tag musste sie die Rückfahrt antreten.

Am Abend darauf stand das dramatische Halbfinale der Deutschen Elf bei der Fußball-WM in Südafrika an. Das leckere Essen und die Gastfreundlichkeit auf der Hütte machten die Niederlage wieder ein kleinwenig  vergessen.

Die wohl am schönsten gelegene Hütte war die Memminger Hütte. Es war ein sehr toller Anblick als wir vom Bergpfad auf die Hochebene gelangten. Auf einer großen Wiese in 2240 m Höhe, durch die ein seichter Bach floss, liefen tatsächlich ein paar Pferde herum. Rechts ragte ein kegelförmiger Berg mit einem Gipfelkreuz auf, links konnte man bald den ersten Gletschersee sehen. Die Hütte selbst lag etwas am Rand dieser idyllischen Hochebene. Von diesem Gletscher bekamen wir aber nur wenig zu sehen. Wir gingen an ihm vorbei, um anschließend auf der anderen Seite  wieder hinab in das Tal abzusteigen. Der Gletscher, von dem wir sehr viel mitbekamen, war zwar klein, jedoch mussten wir mitten durch ein Schneefeld hinab. Wir durften eigentlich nicht Rutschen aber manchmal war die Verlockung dann doch viel zu groß. Nach dem Gletscher trennten sich die Gruppen unfreiwillig. Die erste Gruppe ging blindlings in Richtung Silbertal. Dies war die komplett falsche Richtung! Wir passierten ein Skigebiet, in dem unzählige Lifte gebaut oder gewartet wurden. Im Dorf trafen dann aber doch alle Gruppen fast zeitgleich ein. Zur Abkühlung gab es für jeden ein Eis.

Anstrengend wurde es jedoch nochmal als wir den letzten Aufstieg zur Semilauenhütte antraten. Er führte mitten durch ein Schneefeld, ganz nahe der Ötzi Fundstelle. 2600 m tiefer in Meran angekommen, aßen wir leckere Pizza und verbrachten den Nachmittag im Schwimmbad oder im Kurort selbst.

Auf dieser Tour quer über die Alpen hatte nun jeder etwas für Leben mitbekommen: seien es die schönen Bilder und Erinnerungen oder neue Bekanntschaften, tierische Beinmuskeln oder auch einen tierischen Muskelkater.

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