Waldorfschule lässt Eltern unterrichten!

02.02.2011 00:00

Neuer Stundenplan im Jubiläumsjahr

Schulgebäude
Es war ein besonderes Highlight im Jubiläumsjahr der Freien Waldorfschule Erftstadt: Ende Januar 2011 sind Eltern für einen Schultag in die Lehrerrolle geschlüpft. Insgesamt 23 verschiedene Kurse für alle Altersstufen wurden angeboten. Überall wurde fleißig philosophiert, gebastelt, diskutiert, geschnitzt, geschrieben oder gekocht.  Die Kursideen und –inhalte kamen von den Eltern selbst. „Mit Eltern machen Unterricht wollen wir etwas Neues wagen. Während des ganzen Jubiläumsjahres schaffen wir  durch ungewöhnliche Veranstaltungen Anlässe zur Begegnung und zum Austausch. Wir pflegen den sozialkünstlerischen Impuls  unter dem Motto Das Atelier zwischen den Menschen nach Joseph Beuys“ erläutert Stefanie Horst vom Elternrat der Schule.
Und so gab es praktische Kurse wie Kochen, Erste Hilfe, Steno oder den Handyführerschein. Beim „Papierflieger basteln“ hat ein Vater, ein ehemaliger Airbus-Angestellter, erklärt, warum Flugzeuge überhaupt fliegen. Die  Aktiven untersuchten den Waldboden trotz klirrender Kälte. In „Thai Chi und Kung Fu“, „Yoga“ und dem Kurs „Ran an die Muskeln“ wurde den Teilnehmern dagegen bestimmt warm! Um Köpfchen und eine eigene Meinung ging es in einigen Kursen für ältere Schüler: Sie diskutierten heiß über „Grundeinkommen, Arbeit und Wirtschaft“ oder in „Jura zum Anfassen“  über Patientenverfügungen. In der „pädagogischen Kunsttherapie“ entstanden tolle Werke und in „Digitale und analoge Signalverarbeitung“ wurden Frequenzen mit einem Oszillographen dargestellt und der Binärcode mit Hilfe kleiner Lämpchen veranschaulicht.  Einige Themen waren so komplex, dass den Teilnehmern sicher nicht mehr als eine Idee mit auf den Weg gegeben werden konnte. Ihnen wurden Einblicke gewährt in Bereiche, für die sonst in der Schule kaum Raum bleibt.
Die ganz Kleinen haben sich ganz der Darbietung der Vogelhochzeit gewidmet: Vom Gesang über das Malen des Bühnenbildes bis zum Schnitzen der Klanghölzer, während nebenan über die Rückkehr des Bibers von einem Mitarbeiter der Biologischen Station Bonn erzählt wurde.
Nach drei Stunden fanden sich die meisten wieder für eine gemeinsame Schulfeier ein. Da es ja ein Elterntag war, wurde auch diese  nicht wie sonst üblich von einer Lehrkraft, sondern von Frau Horst moderiert, die diese Aufgabe ebenso souverän meisterte wie die Eltern das Unterrichten. Das Mittelstufen-Orchester unter der Leitung von Herrn Schmitz gab den „Bolero“ von Ravel zum Besten und die 70 Schüler des Oberstufen-Chors brillierten unter der Leitung von Frau Kirchmann mit „Odysseus und die Sirenen“. Dabei wurden sie von Herrn Klein-Richter am Klavier und Frau Stapf begleitet. Ein gelungener Abschluss für einen gelungenen Tag! Jetzt freut man sich an der Schule schon auf SchmU (Schüler machen Unterricht), wenn am 18. Februar 2011 Schüler der Oberstufe für ihre jüngeren Mitschüler Unterricht geben.

Zurück