Klassenstufen

Unter- und Mittelstufe

Waldorflehrerinnen und Waldorflehrer begleiten eine Klasse in der Regel acht Jahre lang. Sie unterrichten im so genannten Hauptunterricht, der täglich die ersten beiden Stunden umfasst, ein Stoffgebiet über mehrere Wochen hinweg. Die Schüler/innen können sich auf diese Weise intensiv mit dem jeweiligen Unterrichtsstoff verbinden.

Besonders in den ersten Klassen wird dabei besonders großen Wert auf einen rhythmisierten und bildhaften Unterricht gelegt. Unterrichtet werden vom Klassenlehrer alle Fächer mit Ausnahme der Fächer, an denen durchgehend geübt und gearbeitet wird. Dazu gehören sowohl die Fremdsprachen als auch Musik, Sport, Eurythmie, Religion und die handwerklichen Fächer. Nach dem Hauptunterricht werden diese von Fachlehrern in Einzelstunden unterrichtet.


Von der ersten Klasse an gehören in der Regel die beiden Fremdsprachen Englisch und Russisch zum Angebot der Waldorfschule. In den ersten Jahren leben sich die Kinder hörend, spielend, sprechend, singend in den Klang und den Charakter der jeweiligen Sprache ein. Die praktischen Fächer (Werken, Handarbeit und Gartenbau) werden ab der 6. Klasse in Doppelstunden zwei Mal in der Woche unterrichtet.

Während der 8. Klasse, also am Ende der Klassenlehrerzeit schreiben die Jugendlichen eine sogenannte Achtklassarbeit. Jeder Schüler erarbeitet sich ein Thema seiner Wahl, das er den Mitschülern, Lehrern und den Eltern in einem Referat vorstellt. Einige Schüler wählen sich die Biographie einer bedeutenden Persönlichkeit, andere fertigen eine künstlerische oder handwerkliche Arbeit an, die in einer Ausstellung besichtigt werden kann. In der Regel findet die Mittelstufe in der 8. Klasse mit einer gemeinsamen Klassenfahrt und einem großen Theaterstück ihren Abschluss. Der Klassenlehrer übergibt die Schüler am Ende des zweiten Lebensjahrsiebts an ein Team von Fachlehrern.

Oberstufe und Abitur

Von der 9. Klasse an übernimmt ein Oberstufenlehrer oder ein Team von Oberstufenlehrern die Schüler als Klassenbetreuer. Die Schüler lernen zwar weiterhin in Epochen, sie haben aber auch im Hauptunterricht Fachlehrer. Was in den unteren Klassen in allen Fächern bildhaft angelegt worden ist, greifen die Oberstufenlehrer nun in einer begrifflichen und wissenschaftlichen Form auf.

Vielfältige Praktika schaffen die Grundlage für eine lebenspraktische Ausbildung. In der 9. Klasse machen die Schüler ihre Erfahrungen im Landwirtschaftspraktikum, in der 10. Klasse gibt es ein Feldmesspraktikum und in der 11. Klasse ein Betriebs- und ein Sozialpraktikum. Darüberhinaus gibt es in der Oberstufe neben den herkömmlichen Fächern ein großes Angebot an handwerklich-künstlerischem Unterricht.

Ähnlich wie in der 8. Klasse erarbeiten sich die Schüler in der 12. Klasse ein selbstgestelltes Thema, an das aber wesentlich höhere Ansprüche gestellt werden. Die 12.-Klass-Arbeiten bestehen in der Regel aus einem theoretischen und praktischen Teil. In einem Vortrag und praktischen Demonstrationen stellen die Schüler das Ergebnis ihrer Arbeit der Schulgemeinschaft vor. Wieder studiert die gesamte Klasse ein anspruchsvolles Theaterstück ein und führt es öffentlich auf.

Mit einer letzten Klassenfahrt und einem gemeinsamen 'Künstlerischen Abschluß' (Eurythmie, Musik, Kunstausstellung) schließt die 12. Klasse ab. Die Schüler, die das Abitur als Abschluss anstreben, bereiten sich in einer 13. Klasse auf die allgemeine Hochschulreife vor.