Handwerk und Kunst

Die Waldorfpädagogik, die unserer Schule zugrunde liegt, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es sollen nicht nur die intellektuellen und kognitiven Fähigkeiten entwickelt werden. Vielmehr hat die praktische und künstlerische Ausbildung einen ebenso hohen Stellenwert.

In den letzten Jahren kam die Hirnforschung zu erstaunlichen Rückschlüssen zwischen Handgeschicklichkeit und der differenzierten Ausbildung des Gehirnes. Die Kopfintelligenz wird offensichtlich durch die Handintelligenz erheblich gefördert.

Künstlerisch-praktische Tätigkeiten sind an unserer Schule kein Beiwerk, sondern ganz wesentliche Bestandteile unserer Erziehung zum Begreifen und Verstehen der Welt. Durch die Handwerke erlebt der Schüler keine abstrakte, sondern eine handgreifliche Wirklichkeit und entwickelt eine Beziehung zur Arbeit.

  • Er lernt Arbeitsabläufe und deren offensichtliche innere Logik zu verstehen. Der Zusammenhang von Denken und Handeln wird ganz praktisch an der Arbeit erlebt (Schulung des logischen Denkens).
  • In der praktischen Arbeit wird das Misslingen sofort erlebbar, und es muss nach Lösungen für eine Korrektur gesucht werden (Schulung kreativer Prozesse).
  • Der Schüler lernt einen sachgerechten Umgang mit den vielfältigsten Materialien kennen (praktische Materialkunde).
  • Durch die sachgerechte Handhabung des Materials lernt der Schüler zwangsläufig etwas über sich selbst (Selbstwahrnehmung).
  • Es wird die exakte Wahrnehmung geschult. Augenmaß wird gefördert, aber auch Disziplin, Ausdauer und selbstverantwortliches Handeln.
  • Das Kennenlernen verschiedenster Handwerke ermöglicht dem Schüler die vielfältigsten Sinneswahrnehmungen (rhythmischer Klang der Kupferhämmer, der Geruch des Schmiedefeuers oder der eingeweichten Weidenruten, das Surren der Spinnräder etc.).
  • Künstlerisches Empfinden wird geweckt und ausgebildet, denn die verschiedenen Werkstücke sollen nicht nur zweckmäßig, sondern auch ästhetisch gestaltet sein.

Im Laufe ihrer Schulzeit lernen die Schüler unserer Schule eine Vielzahl von handwerklich künstlerischen Tätigkeiten und Arbeitsbereichen kennen. Die Teilnahme an diesen Unterrichten ist obligatorisch. In der 11./12. Klasse besteht mit den Wahlfächern die Möglichkeit zur individuellen Vertiefung.